Mehr weniger

Da stand ich in der Stille und in der Dunkelheit. Über mir der Sternenhimmel, den ich schon gefühlte Ewigkeiten nicht mehr so gesehen hatte. Nicht in dieser umwerfenden Schönheit. Unwiderstehlich, dieses Glitzern, dieses Funkeln. Unglaublich, diese Reinheit.

Ruhe und Freude.

Es fühlte sich an wie ein „Willkommen zuhause“ nach einer langen, anstrengenden Reise.

Mein letzter Beitrag hier ist schon länger her. Und das hat mit jener Nacht zu tun. Damit, wie sich „weniger“ anfühlt: weniger Geschwindigkeit, weniger Lärm, weniger Licht, weniger Pläne, weniger Kontrolle, weniger Sicherheit, weniger Blicke auf die Uhr, weniger Schein.

Seit jener Nacht frage ich mich noch viel öfter: Soll ich mich äussern? Kenne ich die Antwort? Habe ich das Wissen, die Erfahrung, die Kenntnis? Wäre genug gesagt, wenn ich die Hälfte sagte? Oder gar nichts?

Und was ist mit diesem Blog? Gibt es nicht schon genug Wortmeldungen, Meinungen, Einlassungen „da draussen“?

Ich frage das nicht rhetorisch. Und ertappe mich gleichzeitig dabei, dass ich mir überlege, ob jenes Thema oder jene Idee die Leserinnen, die Leser an dieser Stelle auch noch interessieren könnte…?

Ist weniger wirklich mehr?

Ein schwieriges Geschäft, diese Erleuchtung.

14 Kommentare zu „Mehr weniger“

    1. Dr. Claudius Fischli

      Liebe Regula
      Danke für Deine Rückmeldung – dass du das so erlebst ist ja nicht selbstverständlich. Vor allem auch nicht, wenn Empfängerin “nicht auf der Nudelsuppe dahergeschwommen” kommt…wie man (kleine Abwechslung) in Wien so schön sagt. Liebe Grüsse!

  1. Hannah Nora Egli

    Lieber Claudius,
    Stern-Stunden sind doch etwas unglaublich Schönes! – weniger oder mehr? Weniger Schein – oder mehr Lebendigkeit? Weniger Vorstellungen und Gedankengebäude – oder mehr genau jetzt präsent sein? Weniger Konzepte – oder mehr genau und hellwach hinhören was da gerade ist? Weniger kann auch zu wenig sein, gerade zwischen Menschen – vom zwischenmenschlichen Reichtum unbedingt mehr!
    Herzliche Grüsse, Hannah

  2. Silvia Erb

    Na was denn…
    …ich bin definitiv für viel mehr Fähigkeit die kleinen Dinge im Leben erkennen zu können die mir das Gefühl geben: Jawohl, ich bin zur richtigen Zeit am richtigen Ort!

    1. Dr. Claudius Fischli

      Liebe Silvia. Sternenzelt und Firmament und die kleinen Dinge im Leben… ein steiler Mix:-) Wie würdest es du sehen, so blogtechnisch? En schöne Hinecht und bis ehebaldigst, liebe Grüsse!

      1. Silvia Erb

        Wer mich kennt weiss, hin und wieder mal verückt sein ist meine Würze im Leben.
        Und übrigens, auf steile Mixereien stehe ich. Die geben den Horizont frei auf neue Welten.
        Frohes sich selbst und das rundherum entdecken wünsche ich allen blogerinnen jnd blogern.

    1. Dr. Claudius Fischli

      Guten Morgen Verena
      “Die Wüste ist ein Paradies aus Nichts” (Ibrahim Al-Koni) habe ich auch in einem deiner Texte gesehen…sehr schön!
      Danke für Deinen Kommenatar und einen schönen Tag … im Schnee?
      Liebe Grüsse, Claudius

  3. Yvonne Bottazzini

    Lieber Claudius
    Bis jetzt habe ich mich noch nie auf einen Blog hin zu Wort gemeldet… aber ich würde deine Gedanken sehr vermissen und deshalb, bitte nicht weniger schreiben. Trotzdem begleitet mich die Überlegung, ob weniger nicht manchmal mehr ist, sehr oft im Alltag. Ich bin daran, mich immer wieder darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist im Leben; und zwar in allen Bereichen.
    Danke für die vielen humorvollen Blog’s, die guten Gedankenanregungen und alles was ich daraus mitnehmen kann und was mich weiter bringt!
    Ein angenehmes Wochenende und liebe Grüsse
    Yvonne

    1. Dr. Claudius Fischli

      Liebe Yvonne, vielen Dank für Deine Wortmeldung – ich freue mich, dass meine Beiträge einen Platz finden in deinen Gedanken und Überlegungen und fühle mich bekräftigt, den Blog weiter zu schreiben. Alles Liebe und bis zu unserem nächsten Kontakt eine feine Zeit, herzlich Claudius

  4. Claudia Benninger

    allegra Claudius

    Hin und wieder und nur in ruhigen Momenten werden wir vom Lichtstrahl getroffen und erleuchtet. Erleuchtet mit wegweisenden Erkenntnissen. Da hattest du eine Sternstunden direkt unter dem Sternenhimmel.

    Mir ist aufgefallen, dass von dir länger kein Beitrag gekommen ist und ich habe ihn vermisst. Für mich ist nicht wichtig, ob du die Antwort kennst, sondern, dass du mich zum Denken anregst.

    Ja, weniger ist mehr. Diese Erfahrung hat mir die einarmige Zeit im Herbst beschert und ich versuche mich daran zu halten:
    Weniger dummes, unreflektiertes Geschwätz (die Fasnacht sei da ausgenommen) dafür mehr ehrliche, echte Kontakte und Beiträge. – Dein Blog gehört definitiv in die zweite Sparte! Also bitte nicht weniger!!

    Herzlich, Claudia

    1. Dr. Claudius Fischli

      Liebe Claudia
      Vielen Dank für deinen Kommentar und die Bekräftigung, das ist wirklich fein und motiviert, die Gedanken weiter zu fassen und auf dem Blog zur Verfügung zu stellen! Dir einen feinen Einstieg in diese neue Woche und… nicht traurig sein: am 28. Februar 2019 ist schon wieder “Schmutziger Donnerstag” 🙂
      Liebe Grüsse Claudius

  5. Barbara Stucki

    lieber Claudius

    ob weniger mehr wäre bei deinem Blog? ich weiss es nicht. Wenn ich Lust habe, lese ich ihn und wenn ich denke ich hätte was zu schreiben, tue ich das. Schade wäre einfach, wenn du keinen mehr schreiben würdest! Immer wenn ich ihn lese, denke ich an dich und Christoph und bin froh habe ich euch kennen gelernt. Und fast immer muss ich schmunzeln oder lachen, also nicht aushören mit dem Blog!
    Ansonsten ist weniger nicht immer mehr, manchmal braucht es einfach mehr!

    liebe Grüsse
    Barbara

    1. Dr. Claudius Fischli

      Liebe Barbara! Die innere Verbindung halten, Schmunzeln oder Lachen können? Dann erfüllt der Blog seinen Zweck voll und ganz. Dass du immer noch gerne an uns denkst, das freut mich persönlich sehr, gerade weil die letzte Begegnung ja wirklich schon eine Weile her ist. Und ich kann nur sagen: ich würde mich sehrstens freuen, wenn sich das ehebaldigst änderte 🙂 Auf jeden Fall herzliche Grüsse und alles Liebe derweil, Claudius

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