Gastblog: Simon Enzler

Wie hast du’s mit der Ironie?

Über Ironie nach zu denken ist wie einen Fisch sezieren. Man weiss zwar was sich unter der Bauchdecke verbirgt, aber man kann sich nicht mehr daran erfreuen wie das schöne Tier elegant durch das Wasser gleitet.

Ich wage die Gedanken trotzdem.

Ironie ist die verspielte Variante des Informationsaustausches. Sie verdreht Wörter, gibt ihnen einen alternativen Sinn, zwinkert hinter dem Komma hervor. Sie legt doppelte Böden, wo einer nicht reicht und überspannt Bögen, damit Schwachstellen sichtbar werden.

Ironie würzt die Kommunikation. Und wie es mit Gewürzen ist, so sind sie Geschmackssache. Ironie schmeckt nicht jedem. Wenn jemand auf eine ironische Bemerkung fragt, wie man das jetzt gemeint hätte, ist das wie wenn er oder sie die Nase rümpfte mit den Worten “Ich kann Koriander nicht leiden”. Da kann der Koriander nichts dafür.

Ironie kann man nicht verstehen, man muss sie mögen.

5 Kommentare zu „Gastblog: Simon Enzler“

  1. Barbara

    Ironie an sich ist ja weder lustig noch traurig – das ‘Gschpüre’ (Empfinden) macht es erst dazu.
    Und dieses bezieht sich unmittelbar auf die emotionalen Erfahrungen, auf das individuelle Wahrnehmen und die persönliche Interpretation eines Sachverhaltes.

    So würde ich meinen: Ironie muss man auch nicht wirklich verstehen können, man behält aber in jedem Fall einen Eindruck vom Ironiker 😉 oder gefällt euch besser Verbalkomiker

  2. Silvia Erb

    Danke gut! Um eine Antwort auf den Titel des Blogs zu geben.
    Man könnte doch sagen, dass wer Ironie sein Eigen nennt, ein sehr positives Menschenbild hat. Denn wer Ironie verstehen und anwenden will, muss doch dem Gegenüber zutrauen, “um die Ecke” denken zu können. Dabei kennen wir doch sicher alle genügend Alltagsmitstreiter, die bereits Mühe haben, geradeaus zu denken (Verfasser und Leser natürlich ausgeschlossen) 🙂
    Ironie, vorausgesetzt sie fällt auf fruchtbaren Boden vermag doch mit Witz und Humor Leichtigkeit in eine Situation zu bringen, auch wenn einem in Wirklichkeit nicht zu lachen zumute ist.
    Und um beim Würzen zu bleiben: sogar Koriander sollte die Chance gegeben werden, einem Gericht, ideal dosiert versteht sich, den richtigen Pfiff zu geben. Man muss Koriander nicht mögen, aber verstehen ihn richtig dosiert einzusetzen.
    Falls du Claudius immer noch auf der Suche bist nach neuen follow up Themen hier mein Tipp: Ironie ist, wenn man trotzdem führt.
    In diesem Sinne; frohes Würzen eures Führungs-Alltags!

  3. Astrid Schoch

    das gefällt mir sehr 🙂 … vielleicht, weil ich sie einfach verstehe und auch nicht weiss warum… Danke für den Versuch, Simon!

  4. Dr. Claudius Fischli

    Liebe Leserinnen und Leser
    Liebe Komentatorinnen 🙂 (ja, es waren wieder ausschliesslich Frauen)

    Vielen Dank für das Interesse am Gastblog von Simon Enzler und für die Kommentare. Erst heute bin ich dunklem Treiben auf die Schliche gekommen und habe festgestellt, dass dieser Hundling von einem Blog Programm mir Eure Kommentare nicht gemeldet hat – sorry!!!
    Ich hoffe der allernächstens erscheinende traditionsgemäss gezeichnete Sommerblog macht allfälligen Frust über das Nicht-Erscheinen der Kommentare wieder gut.
    Liebe Grüsse und die besten Wünsche…
    Claudius

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